Montag, 21 September 2020
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Gattung Acanthocephala

Erstbeschreibung:

  • Acanthocephala BACKEBERG
    Backeberg, C. (1938): Cactaceae Lindley. – In: Blätter für Kakteenforschung. - 1938 (6)

„Bildet kurzröhrige, kleine Blüten mit bestacheltem Ovarium und Frucht. Sie haben nichts mit Notocactus zu tun.“ (Aus: Backeberg 1938)

Typus: Echinocactus graessneri K. SCHUMANN

Acanthocephala graessneri

Acanthocephala graessneri am Standort (Foto: Norbert Gerloff)

Verbreitungsgebiet der Gattung: Rio Grande do Sul bis über die Grenze zu Santa Catarina (Südostbrasilien) 

Obwohl der Gattungsname Acanthocephala von Backeberg 1938 korrekt veröffentlicht worden war, bekam er später Zweifel an dessen Gültigkeit – und nahm 1942 eine erneute Beschreibung der Gattung unter dem neuen Namen Brasilicactus vor. Diese „Doppelbenennung“ war nach den geltenden Nomenklaturregeln von Anfang an ungültig, trotzdem fand dieser Name bis heute in der Literatur und bei den Sammlern große Verbreitung.
Nyffeler (2017) geht aufgrund seiner phylogenetischen Untersuchungen davon aus, dass die Gattungen Acanthocephala und Brasiliparodia relativ nahe miteinander verwandt zu sein scheinen, sodass deren zukünftige Zusammenziehung sinnvoll sein könnte.

Ausführlichere Beschreibung:

Körperbau: Kugelige bis breitkugelige, selten im Alter verlängerte Pflanzen mit eingesenktem Scheitel; alte Pflanzen auch über 20 cm groß. Körper nicht hart. Epidermis blattgrün. Pflanzen nicht bzw. selten sprossend, mit sehr zahlreichen in kleinen Wärzchen geteilten Rippen und sehr dichter, feiner Bedornung. Der mit spärlicher Wolle bedeckte Scheitel neigt sich im Blühalter zur Hauptlichtseite, wesentlich mehr als es bei Pflanzen der der Fall ist ( je nach Lichteinfall bis zu 80 Grad). Faserwurzeln.

graessneri var stellatusRippen: Sehr niedrig und zahlreich, 30-60, also wesentlich mehr als bei den Arten der Gattung Parodia, mäßig gewunden, stärker in halbkugelige, sehr zahlreiche, fast konische, 3-4 mm hohe Wärzchen aufgelöst, auf welchen die fein-weißgelbfilzigen Areolen mit sehr dichter aber feiner Bedornung obenauf sitzen.

Areolen: Kreisrund, junge Areolen sehr stark gelblich-weiß, feinwollig; dichter als bei verwandten Untergattungen (mit Ausnahme der ) angeordnet, 3-7 mm entfernt, oben auf den Warzen sitzend.

Dornen: Sehr zahlreich, ca. 30-60 pro Areole, nadelförmig, ziemlich steif, bis um die 2 cm lang, durchscheinend weiß bis sattgelb in ganzer Länge, leicht zerbrechlich, verteilt über die ganze Areole, ohne ausgeprägte Mitteldornen, oder diese schwer erkennbar ( in der Anzahl um 6), bei alten Pflanzen zur Basis hin vergrauend.

Blüten: Die nur für die Gattung Acanthocephala typischen, den anderen verwandten Gattungen sehr fern stehenden, kleinen (um 2 cm), grünlichen, gelben, orangen- bis dunkelroten Blüten entspringen in großer Zahl der Scheitelregion. Sie sind individuell sehr variabel; die Blütenröhre ist sehr kurz, über den Fruchtknoten kurz trichterig-glockig erweitert bis schmal trichterförmig. Der Fruchtknoten überragt weit das Rezeptaculum. Die Wandung ist dick. Die Schuppen sind klein, die Wolle in den Schuppenachseln ist relativ kurz und sehr fein, grünlich, wodurch die zahlreiche steifborstige abstehende Bedornung stark auffällt. Der Fruchtknoten ist außen von der Röhre nicht abgesetzt. Die Röhre ist tubisch, nur am Ausgang scharf nach außen gebogen. Die Ansatzfläche der Samenstränge, die meist ausbricht oder sonst verschrumpelt, ist verschmälert und zurückentwickelt. Staubblätter stehen alle aufrecht, dicht nur um den weißlich-grünen bis gelblichen Griffel inseriert, sind ebenfalls weißlich-grün oder gelblich. Die Staubblätter umschließen ein Nektarium. Die gelben Staubbeutel liegen nahezu in der Nähe der Narbe, dicht beisammen durch die inneren Kronblätter zusammen gehalten. Staubblätter sind nicht reizbar. Befruchtungsverhältnisse nicht einheitlich. Der Griffel hat eine kurze, nicht weit gespreizte Narbe, Narbenblätter 7-8, weiß-grün bis weißlich-gelb oder gelb. Kronblätter von innen nach außen an Größe zunehmend, außen dann bis doppelter Länge. Die inneren Kronblätter stehen aufrecht oder sind etwas nach innen geneigt.

Früchte: Infolge des Blütenaufbaus ist auch die der Blütengröße entsprechende Frucht nicht wollig, hat nur geringe feine Behaarung und ist nur mit wenigen steifen Borsten bekleidet. Sie ist ziemlich kleinkugelig, dünnwandig, lederartig, weichwerdend im vollreifem Zustand, dann dünn und spröde, so dass sie beim Pflücken leicht bricht, später vertrocknend, platzt bei der Reife unten unregelmäßig auf, enthalten ~ 150 Samen.Samen: Deutlich unterschiedlich zu den Samen verwandter Gattungen, wesentlich kleiner, länglich (0,7 - 1,1 mm lang, um 0,7 mm Ø), verlängert gekrümmt-glockenförmig, stark warzig, mit glänzend schwarzen größeren Höckern besetzt, welche nahe zur Basis hin in Reihen angeordnet sind. Keimseite gewellt, von hellgrauer Farbe. Der Hilum-Micropylar-Bereich ist breit oval, der Micropylarhügel stark ausgeprägt. Die Testazellen meistens fünf- oder sechskantig. Testarand am HMB gering nach außen gebogen, Hilum basal deutlich aus zwei Abschnitten bestehend. Der ventrale Abschnitt ist deutlich größer, als bei Samen anderer verwandter Gattungen, keine Abrissnarbe, gegen den dorsalen Teil mit der Micropyle stumpf gewinkelt, letzterer Teil ist etwas kleiner, aber breiter, leicht oval und zur Micropyle hin vorgewölbt. Während bei Samen von verwandten Gattungen die Micropyle nahezu in der Mitte des HMB liegt, ist sie hier mehr dem dorsalen Bereich des Hilums genähert. Es fehlt auch die Abwicklung der beiden Hilumpartie

Typstandort: Östliches Südbrasilien - Rio Grande do Sul bis über die Grenze zu Santa Catarina, in den Bergen (Apparado da Serra) mit hoher Luftfeuchtigkeit, zwischen Moos und Flechten - so hat man gesagt. Neuerliche Funde stammen auch von steinigen Böden und Platten sowie steilen Abhängen.

Kultur: Im Winter müssen die Pflanzen in ihrer Heimat erhebliche Niederschläge in Form von Nebel und teilweise auch Froststunden ertragen, denn die Aparados da Serra sind bis 1800 Meter hoch. In der Kultur sollte man diese Pflanzen daher öfters einsprühen, sie aber vor Staunässe schützen. Die Blütezeit der Acanthocephaleen ist bei uns in den Herbst, ja teilweise sogar in den ausklingenden Winter verlagert.
In der Kultur muß man bei freier Aufstellung darauf achten, daß diese Pflanzen dort keine »Rote Spinne« bekommen, denn sie sind dagegen wenig widerstandsfähig.

(Nach: Gerloff, N. & Neduchal, J. 2004: Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus Fric. - In: INTERNOTO 25 (2))

Synonyme:

  • Brasilicactus BACKEBERG (-> illegitimer Gattungsname ICN Art. 52.1)
    Backeberg, C. 1941: CACTACEAE Lindley Systematische Übersicht (Neubearbeitung). – In: Cactaceae—Jahrbücher der Deutschen Kakteen-Gesellschaft, 1941, pt. 2: 76.
  • Notocactus subgen. Brasilicactus BUXBAUM 
    Buxbaum, F. (1967): Gattung Notocactus. – In: Krainz, H.: Die Kakteen, Lieferung CVIc, 1.I.1967
  • Parodia subgen. Brasilicactea F.H.BRANDT
    Brandt, F.H. (1982): Die Gliederung der Gattung Spegazzini. - In: Kakteen- und Orchideen-Rundschau 7 (4): 52-64, nom. nov., als 'comb. nov.'

Arten, Varietäten & Formen:

Acanthocephala graessneri

  • Acanthocephala graessneri (K.SCHUM.) GUIGII
    Guiggi, A. (2012): Cactology III addenda et corrigenda II. – in: Supplementum III to Cactology 3: 1
Acanthocephala graessneri (K.Schum.) Guiggi  (Foto: www.notocactus.eu)
 

Erstbeschreibung:

  • Echinocactus graessneri K.SCHUMANN
    Schumann, K. (1903): Ein neuer Echinocactus aus Südbrasilien. – In: Monatsschrift für Kakteenkunde. 13: 130

„Schon aus der Erstbeschreibung wird man entnehmen, dass Ects. Graessneri mit Ects. Haselbergii F. Haage verwandt ist. Die Gestalt des Körpers, welche die bisweilen an diesen beobachtete Einseitigkeit auch erkennen lässt, die Zahl und Gestalt der Rippen, die Art der Bestachelung hat er mit Ects. Haselbergii gemein. Er unterscheidet sich aber auf den ersten Blick durch die prachtvolle Goldfarbe der noch dichter stehenden Stacheln, die länger sind und empfindlich stechen.“ (Aus: Schumann 1903)
Benannt nach dem Kakteengärtner Richard Graessner (1875-1942) aus Perleberg, der die Art 1903 nach Europa einführte.

Acanthocephala graessneri 1Weitere Informationen:

Körper: dunkelgrün, flachkugelig mit schrägem, tief eingesenktem und von Dornen verdecktem Scheitel, einfach, in der Natur manchmal gruppenbildend, bis 12 cm Ø, Epidermis weich, grün, dreht den Scheitel stark nach der Lichtquelle, manchmal bis 80°, Rippen kaum erkennbar; 

Areolen: auf rundlichen Höckern sitzend, gelbfilzig, die in mehr als 50-60 spiraligen Reihen angeordnet sind.

Dornen: sehr fein und zahlreich, den Körper dicht einhüllend, 4-6 glasiggelbe flexible, aber stechende Mitteldornen, kreuzständig, der untere bis 20 mm lang, zahllose weiße bis gelbliche, borstenartige Randdornen, 5- 20 mm lang. An manchen Fundorten bis 50 mm lang.

Blüten: grünlich-gelb bzw. weißlich-grün, ~ 20 mm lang und etwas schmaler, zygomorph,  mit borstigem Fruchtknoten von ca. 6 mm Ø, Receptaculum mit länglichen, spitzen, grünen Schuppen, Blütenblätter zugespitzt, die äußeren am längsten und abstehend, die inneren kürzer und mehr oder weniger senkrecht; Staubblätter gelb, dem ca. 7-narbigem, blassgelben, Griffel anliegend weißlich-grün.

graessneri1Frucht: Wie Fruchtknoten mehr oder weniger rund, bis 8 mm im Durchmesser, von rot über grün und braun schwarzbraun werdend, bei der Reife trockenhäutig mit halkugelförmigen Ausstülpungen zwischen denen die Areolen mit ~ 10 mm langen weißen Borsten sitzen. Der Blütenrest ist ca. 18 mm lang von denen 9 mm auf die Petalen fallen. Die Sepalen sind dicht mit den selben Borsten wie die Frucht besetzt. Die Frucht reißt in der Mitte nach dem Trockenprozess auf, oftmals erst im Frühjahr.

Samen:  Länglich, mützenförmig, 1 mm lang und halb so dick, mit deutlich vorgewölbtem Micropylarhügel.

Vorkommen: Auf der Hochfläche des Küstengebirges bis zu den höchsten Regionen des östlichen Rio Grande do Sul und Santa Catarina. Auf wenigen Quadratmeter großen, felsige Trockeninseln in weitläufigem Weideland in Moosen und Flechten. Die Pflanzen sind in ihrer Heimat hohe Niederschläge und vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt.

Typstandort: Jaquirana, Rio Grande do Sul, Brasilien. In Kultur sind Formen mit gelben und bernsteinfarbenen Dornen verbreitet, in der Natur sind diese eher selten. Dort ist am weitesten verbreitet die Form mit weißen Dornen. Fortaleza ist Fundgebiet einer besonders langdornigen Form. Eine Form der Art mit gelben Blüten gibt es in Kultur.

Kultur: Im Winter müssen die Pflanzen in ihrer Heimat erhebliche Niederschläge in Form von Nebel und teilweise auch Froststunden ertragen. In der Kultur sollte man diese Pflanzen daher öfters einsprühen, sie aber vor Staunässe schützen. Die Blütezeit ist bei uns der Herbst oder der ausklingende Winter. Vorsicht vor der "Roten Spinne".

(Bearbeitet von N. Gerloff 3/2013)

Synonyme:

  • Malacocarpus graessneri BRITTON & ROSE (-> inkorrekte Kombination ICN Art. 11.4)
    Britton, N.L. Rose, J.N. 1922: Cactaceae. - 3: 205
  • Notocactus graessneri (K.SCHUM.) A.BERGER
    Berger, A. (1929): Kakteen. -  343.
  • Brasilicactus graessneri (K.SCHUM.) BACKEB. (-> inkorrekte Kombination ICN Art. 11.4)
    Backeberg, C. 1941: CACTACEAE Lindley Systematische Übersicht (Neubearbeitung). – In: Cactaceae—Jahrbücher der Deutschen Kakteen-Gesellschaft, 1941, pt. 2: 36.
  • Parodia graessneri (K.Schum.) F.H.BRANDT
    Brandt, F.H. (1982): Die Gliederung der Gattung Spegazzini. In: Kakteen- und Orchideen-Rundschau 7 (4): 66
  • Parodia haselbergii (HAAGE ex RÜMPLER) F.H.BRANDT subsp. graessneri (K.SCHUM.) HOFACKER & P.J.BRAUN
    Hofacker, A. & Braun, P. J. 1998. Nomenclatural adjustments in Parodia. – In: Cactaceae Consensus  Initiatives 6: 10.

Acanthocephala graessneri f. microdasys

  • Acanthocephala graessneri (K.Schum.) Guiggi f. microdasys (P.J.Braun) W.Prauser
    Prauser, W. (2018): Die Gattung Acanthocephala BACKEBERG. - In: INTERNOTO 39 (1): 4-11

notocactus graessneri fa microdasys gf
Acanthocephala graessneri f. microdasys (Foto: Norbert Gerloff)

“Die Form unterscheidet sich vom Typ durch die kleine Wuchsform, die kleinen Areolen und ganz besonders durch die extrem winzigen Dornen.
Erstmals gefunden wurden die Pflanzen inmitten einer Population von Notocactus graessneri (HU 48), …“

(Aus: P.J.Braun 1986)

Erstbeschreibung:

  • Notocactus graessneri (K.Schum.) A.Berger f. microdasys P.J.Braun
    Braun, P.J. 1986: Notocactus graessneri (K. Schumann) Berger forma microdasys P.J. Braun. – In: Kakteen und andere Sukkulenten 37 (3): 57

Synonyme:

  • Parodia haselbergii (Haage ex Rümpler) F.H.Brandt f. microdasys (P.J.Braun) P.J.Braun
    Braun, P.J. 2001: Schumannia 3: 188 (2001)

 Weitere Informationen:Foto NGerloff

Eine einzige Pflanze wurde unter den Pflanzen von HU 48 bei Jacquirana ausgelesen und dann von Werner Uebelmann vegetativ vermehrt. Die Pflanzen werden nur gepfropft verbreitet. In dem Zustand sind die Körper bis 6 cm breit und 4 cm hoch, haben 35 bis 40 Rippen, diese sind aufgelöst in Höcker.

microdasys bedeutet winzige Dornen

Typstandort: Jaquirana

Acanthocephala haselbergii

  • Acanthocephala haselbergii (RÜMPLER) GUIGGI
    Guiggi, A. (2012): Taxonomic novelties. – in: Cactology 3: 6

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Acanthocephala haselbergii (Foto: Dr. Thomas Engel)

„Körper kugelig, stark abgeplattet, tief genabelt, hellgrün. Höcker kegelförmig, theilweise sich zu spiralig nach oben laufenden Rippen aneinander schließend; die Rippen dicht aneinander geschlossen und spiralig in den mit Randstacheln gefüllten Nabel einlaufend.
Stachelpolster sehr dicht, gewölbt, mit schneeweißem Filz besetzt. Randstacheln 18-21, ohne besondere Richtung da oder dorthin gekrümmt und miteinander sich mischend, fein, weiß, glasig-durchsichtig, blass strohgelb, länger."

(Aus Förster/Rümpler 1886)

(benannt nach Dr. von Haselberg, einem Kakteenliebhaber aus Stralsund)

Erstbeschreibung:

  • Echinocactus haselbergii RÜMPLER
    Förster, C.F. & Rümpler, T (1886): Handbuch der Cacteenkunde, 2. Aufl., Bd. 2: 563-564
      

Foto HenßenWeitere Informationen:

Körper: flachkugelig, später abgeplattet, Scheitel tief eingesenkt, dicht bedeckt mit weißlichen kurzen abstehenden Dornen, hellgrün, bis 15 cm Ø, 15 cm hoch, nicht sich weniger als graessneri zum Licht; Faserwurzeln. Rippen eher Reihen von Höckern auf deren Oberseite die stark weißwolligen Areolen sitzen. Höcker kegelförmig, in teilweise spiralig verlaufenden Rippen angeordnet; Rippen 30 - 45, dicht, bis 5 mm tief.
Dornen 20 - 25, dünn, abstehend, ca. 1 cm lang; Mitteldornen 3 - 5, etwas länger, gelblich; Randdornen 18 - 21 fein, weißlich glasig, ohne besondere Richtung.

Blüten: kommen in längeren Schüben während mehrerer Monate am Rande der Scheitelregion, dunkelorange über blutrot bis rubinrot, mit gelbem Griffel und gelben Narbenästen, öffnen an mehreren Tagen hintereinander.

Frucht: klein, bedornt, ohne Wolle. Samen länglich, kaum 1 mm lang.

Bemerkung: Auch N. haselbergii variiert je nach Standort, nicht aber so, dass die Abweichungen als selbstständige Taxa zu betrachten wären.

Heimat: Vom Tiefland bis zu den höchsten, oft mit Schnee bedeckten Bergen im westlichen Rio Grande do Sul FR 1275, KZ 160, HU 51, Arroyo da Seca, Candelaria und bei Tabai . Dort stehen sie in steilen Wänden in Flechten, wo sie keimen können.

Synonyme:

  • Malacocarpus haselbergii (RÜMPLER) BRITTON & ROSE (→ inkorrekte Kombination ICN Art. 11.4)
    Britton, N.L. & Rose, J.N. (1922): The Cactaceae 3: 201
  • Brasilicactus haselbergii (RÜMPLER) BACKEB. ex SCHAFF (→ inkorrekte Kombination ICN Art. 11.4)
    Schaff, B. 1942: Der schiefköpfige Wuchs bei Eriocactus leninghausii (K. Sch.) Bckbg. und verwandten Arten. – In: Beiträge zur Sukkulentenkunde und -pflege 1942 (2): 38
  • Notocactus haselbergii (RÜMPLER) A.BERGER
    Berger, A. (1929): Kakteen, 343.
  • Parodia haselbergii (RÜMPLER) F.H.BRANDT
    Brandt, F.H. (1982): Die Gliederung der Gattung Spegazzini. - In: Kakteen- und Orchideen-Rundschau 7 (4): 67

Acanthocephala graessneri var. albiseta

  • Acanthocephala graessneri (K.SCHUM.) GUIGGI var. albiseta (CULLMANN) PRAUSER
    Prauser, W. (2018): Die Gattung Acanthocephala BACKEBERG. - In: INTERNOTO 39 (1): 4-11

graessneri fa albiseta notocactus eu
Acanthocephala graessneri var. albiseta (Foto: www.notocactus.eu)

„Im Winter 1953/1954 erhielt Frau H. Winter/Frankfurt a.M. neben vielen weiteren interessanten Importen … einen weißen Brasilicactus, den jedermann zunächst für eine besonders schöne Varietät des altbekannten Brasilicactus haselbergii hielt. Verblüfft war ich jedoch, als sich im Sommer 1954 eine Blüte entwickelte: es war die typische grüne zygomorphe graessneri-Blüte. Wegen ihres dichten feinen weißen Borstenkleides nenne ich diese neue schöne Varietät „albiseta“ = die weißborstige.

Die Areolen sind nicht gelb, sondern ganz hell gelblichweiß und tragen noch zahlreichere ganz hell gelblichweiße Randstacheln neben den Mittelstacheln, die grünlichgolden sind wie bei der Art selbst. Ganz auffallend aber sind die zahlreichen bis zu 3 cm langen weißen Borstenhaare.“ (Aus: Cullmann 1955)

Erstbeschreibung:

  • Brasilicactus graessneri (K.SCHUM.) BACKEB. var. albiseta CULLMANN (→ inkorrekte Kombination ICN Art. 11.4)
    Cullmann, W. 1955: Brasilicactus graessneri K. Schum. var albiseta Cullm. var. nov. – In: Kakteen und andere Sukkulenten 6 (1): 105 (→ ungültig, weil ungültiger Gattungsname)

Synonyme:

  • Notocactus graessneri (K.SCHUM.) A.BERGER var. albisetus (CULLMANN) KRAINZ
    Krainz, H.: Die Kakteen, Lieferung C VI c, 15.VI.1960
  • Notocactus graessneri (K.SCHUM.) A.BERGER f. albisetus (CULLMANN) N.GERLOFF & NEDUCHAL
    Gerloff, N. & Neduchal, J. 2004: Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus. - In: Internoto 25(2): 46
  • Parodia haselbergii (HAAGE ex RÜMPLER) F.H.BRANDT f. albiseta (CULLMANN) TRAGER
    Trager, J.N. 2004: International Succulent Introductions 2004. Plant Introductions of the Huntington Botanical Gardens. – In: Cactus and Succulent Journal (Los Angeles) 76(2): 60.

graessneri km 13

Weitere Informationen:

Die Areolen dieser Form sind nicht gelblich, sondern weißlich. Die Form unterscheidet sich vom Typ der Art nur durch die noch zahlreicher vorhandenen weißen Randdornen, die bis zu 3 cm lang sein können. Die Sämlinge sind schneeweiß. Die  Blütenfarbe ist eher gelblich-grün. Solche extrem langdornigen und weichen Pflanzen wachsen beim Canon Fortaleza (HU 54) in 1100m Höhe, bei Jacquirana, Vacaria do Sul und im nördlichen Nachbarstaat Santa Catarina.

(N. Gerloff 3/2013)

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