Montag, 21 September 2020
A+ R A-

N. ser. Setacei subser. Concinni (Prauser)

Notocactus concinnus

Typus:

Notocactus concinnus (Monville) A. Berger ex Backeberg

Beschreibung:

Körper flachrund bis kugelig, einzeln; Scheitel etwas eingesenkt, meist unbedornt; Rippen 13 - 25; Mitteldornen 4, im Kreuz stehend, 5 - 25 mm lang, der längste abwärts gerichtet; Randdornen 6 - 21;

Knospen "kopfbildend"; Blüten "rotgestreift", mittelgroß bis groß: 35 - 90 mm lang und im Durchmesser, Blütenröhre häufig lang gestreckt, schwach bewollt, Narbenäste rot, Griffel und Staubfäden unten rot, oben gelb, Petalen breitlanzettlich bis spatelig, die größten 23 - 40 mm lang, 7 - 13 mm breit

Vorkommen: Verstreut über Uruguay und den Süden des Dpt. Rio Grande do Sul (Brasilien).


Literatur:
  • PRAUSER, Wolfgang (2000): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil I: Die Setacei in der Literatur. In: INTERNOTO 21 (3) : S. 105-119
  • PRAUSER, Wolfgang (2001): Die Pflanzengruppe der Setacei - Teil II: Taxonomische Neubestimmungen. In: INTERNOTO 22 (1) : S. 3-18

 

Notocactus blaauwianus van Vliet

Notocactus blaauwianusBedeutung des Namens: benannt nach dem ehemaligen Vorsitzenden der niederländisch-belgischen Vereinigung Succulenta Ir. A. Blaauw

Erstbeschreibung: Van Vliet, Dirk (1976): Succulenta 55 (6): 108 - 113.

Beschreibung:

Diese zierliche Pflanze hatte den provisorischen Namen N. concinnus var. wolthuysianus.

Der Körper fachkugelig bis säulenförmig, 60 mm breit und hoch. Die Pflanze blüht schon bei 4 cm Ø. Der Scheitel ist oft dreieckig eingesenkt mit kleinen Höckern und weiß befilzt. Einzeln wachsend. Die etwa 23 flach abgerundeten Rippen sind ungefähr 6 mm breit und 3 mm tief , in Höcker zergliedert und senkrecht verlaufend. In deren Kerben sitzen die Areolen. Diese sind nur 1-2 mm breit, 6 mm von einender entfernt und rasch verkahlend.

Dornen: Mittel- und Randdornen sind schwer voneinander zu unterscheiden. Es sind insgesamt ~ 17, bis 6 mm lang, gedreht, gebogen, anliegend, glasig mit braunen Punkten und Spitzen, die später vergrauen.

Die Blüten stehen hoch auf einer dünnen Röhre, sind 60-70 mm lang und 55 mm breit. Die Blütenblätter glänzen zitronengelb, an der Spitze grüngelb. An der Außenseite befindet sich ein rötlicher Mittelstreifen. Am Fuße des Nektariums liegt eine enge Nektarkammer. Die Staubblätter füllen die ganze Blüte wobei die unteren purpurn und oberen gelb sind. Der Griffel ist rot und trägt 11 ebensolche Narbenäste.

Die Früchte wachsen bis zu 15 mm große Beeren aus und enthalten etwa 80 Samen. Diese sind schwarz, helmförmig, um 0,9 mm breit und lang. 

 

Heimat:  Departamento Cerro Largo, südlich Melo, Uruguay. In Kieseln unter Büschen.

Feldnummer: DV 9/a, DV 9/17 und DV 103.


Literatur:

Notocactus apricus (Arech.) Berger ex Backeberg

Foto W. Prauser

Bedeutung des Namens: apricus (lat.) = sonnig, die Sonne liebend

Erstbeschreibung: Arechavaleta, J. (1905): Anales del Museo Nacional de Montevideo, Flora Uruguaya, Tomo II, 205-207, Montevideo

Beschreibung:

Körper: sprossend (in Kultur selten) - eher aus einem Stamm abzweigende Körper, 3 - 4 cm breit, Scheitel abgeflacht, eingesenkt, bedeckt mit bräunlich-rötlichen Dornen, hellgrün mit ca.20 senkrecht abfallenden niedrigen, leicht gehökerten Rippen.

Areolen: ca. 4mm entfernt; Dornen: Randdornen 20-30, borstenartig, seitlich verflochten, gelblichgrau, biegsam; Mitteldornen: meist 4, bis 15 mm lang, davon meist einer abwärts gebogen, dunkle Spitze, am Grunde braun verfärbt.

Blüten: gelb, bis 8 cm hoch, 5 cm und mehr breit, nahe des Scheitels, eng-trichterförmig, mit roter Mitte, mit äußerem rötlichen Mittelstreifen; Staubfäden: die oben gelb, die unten rot; Griffel unten rot, gerillt, oben gelb; 13 purpurne Narbenstrahlen.

Frucht: dunkelrot, eiförmig, wollig behaart. Samen: schwarz,1 mm groß.

Vorkommen: Uruguay, in der Umgebung von Maldonado, auf sandigen, grasbewachsenen Anhöhen.

Typstandort: Punta de la Ballena, Uruguay.

 

Notocactus concinnus (Monville) Berger ex Backeberg

Notocactus concinnus WR 348Bedeutung des Namens: concinnus (lat.) = zierlich

Erstbeschreibung:

Monville, M. (1839): Echinocactus concinnus - L´horticulteur universel: 222

Beschreibung:

Körper:

glänzend grün bis dunkelgrün, einzeln, meist sehr flachkugelig, in der Kultur bis über 90mm im Durchmesser und 60mm hoch; Scheitel: eingesenkt und stets unbedornt (manchmal ist der komplette obere Pflanzenbereich kahl); Rippen: 17 - 22, selten mehr, rund, bis 4mm hoch, im Scheitel bis zu 8mm breit, später fast völlig verflachend, 13 - 15mm breit.

Areolen:

meist queroval, ca. 4mm breit und 3mm hoch, im jüngeren Pflanzenbereich mit sehr kurzem, weißlichem bis schmutzigweißem Filz bekleidet, bald verkahlend, 1 - 2mm eingesenkt; Areolenabstand (Mitte/Mitte): 5 - 8mm; Mitteldornen: 4, borstig, gerade bis gering gebogen, im Kreuz stehend, der unterste mit ca. 12 - 17mm der längste, je nach Standort weißlich, gelblich oder blass bräunlich, die kürzeren Mitteldornen heller und daher teilweise schwer von den Randdornen zu unterscheiden; Randdornen: 9 - 13, gerade strahlend, etwa 5 - 10mm lang, heller als die Mitteldornen.

Knospen- und Blütenentwicklung bei N. concinnusKnospen:

"Kopfbildend" - die Knospen erscheinen zunächst als kleine, braun bewollte bewollte Kugeln, die sich bald zu einem sehr schlanken Hals strecken, bevor schließlich durch Verbreiterung im oberen Bereich der "Kopf" entsteht, aus dem die kräftig roten Spitzen der ansonsten gelben Petalen bereits frühzeitig hervorstehen.

Blüten:

 


Standorte:

In der Erstbeschreibung ist als Fundort angegeben: "Montevideo, wo sie vorkommen im Grasland, an den Ufern von Bächen, im Gras versteckt, auf sandigem Gelände wachsend". Pflanzen, die große Übereinstimmung mit der Erstbeschreibung von N. concinnus aufweisen, konnten in der Vergangenheit im Süden Uruguays westlich und östlich von Montevideo gefunden werden:

  • Montevideo (Dept. Montevideo): Gf 738, H 68, HU 1451, HR 62, KH 967, LB 2802, PR 75, Schl. (o.Nr.), WRA 149
  • Picada de Benitez (Dept. Colonia): WD 175, Schl. (o.Nr.) 
  • Rosario (Dept. Colonia): Gf 1258
  • San Carlos (Dept. Maldonado): KH 453 
  • Tarariras (Dept. Colonia): WRA 147
  • Trinidad (Dept. Flores): WRA 143

Der Fundort des ebenfalls der Beschreibung entsprechenden WR 348 ist bislang unbekannt.


Literatur:

Notocactus bommeljei van Vliet

Notocactus bommeljeiBedeutung des Namens: bommeljei = benannt nach C. Bommeljé, Freund von Dirk van Vliet

Notocactus bommeljei wurde 1968 von Dirk van Vliet beschrieben, nachdem die entsprechenden Pflanzen schon jahrzehntelang in den Sammlungen standen. Es gab sogar bereits sehr alte Beschreibungen dieser Pflanzen unter dem Namen Echinocactus muricatus. Die Erstbeschreibung von Echinocactus muricatus bezog sich jedoch eindeutig auf eine ottonis-ähnliche Pflanze, später (und teilweise bis heute!) kam es jedoch immer wieder zu den Verwechslungen mit diesem von van Vliet "nachträglich" als Setacei neu beschriebenen Notocactus bommeljei.

Vom Habitus her erinnert der Notocactus bommeljei ein wenig an Notocactus tabularis, von dem er sich jedoch u.a. durch die außen sehr kräftig rot gestreiften Blüten und die zahlreicheren, meist sehr merkwürdig gruppierten Narbenäste deutlich unterscheidet. Er steht insofern offensichtlich dem Notocactus concinnus näher als dem Notocactus tabularis.

In der Literatur wird als Fundort gelegentlich Brasilien, Rio Grande do Sul angegeben. Dabei ist jedoch zu vermuten, dass es sich bei diesen Angaben um solche zu dem ottonis-nahen Echinocactus muricatus handelt, der in der jüngeren Vergangenheit dort erneut aufgesammelt worden ist. Von Notocactus bommeljei fehlt jedoch jede verlässliche Standortangabe, er konnte in den letzten Jahren auch nicht wieder nachgesammelt werden. 

Zahlreiche NarbenästeFundort: unbekannt

Feldnummer: keine

Synonyme:

  • Echinoc. muricatus K. SCHUMANN, Gesamtbeschr. 386 (1898), non OTTO (1837)
  • Notoc. muricatus Hort.

Literatur:

Zum Vergleich sind in der Literaturliste auch die Quellen aufgeführt worden, die unter Echinocactus (bzw. Notocactus) muricatus nicht Notocactus bommeljei, sondern ottonis-ähnliche Pflanzen beschrieben haben!)

  • GERLOFF, Norbert (2004): Notocactus tabularis fa. bommeljei N. Gerloff & J. Neduchal 2004. - In: INTERNOTO 25 (4) : 154
  • GERLOFF, Norbert & NEDUCHAL, Jozka (2004): Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus Fric. - In: INTERNOTO 25 (2) : 92-93
  • Pfeiffer, L. (1837): Enumeratio diagnostica Cactacearum: 49 - 50
  • Pfeiffer, L. (1837): Beschreibung und Synonymik der in deutschen Gärten lebend vorkommenden Cacteen: 49 - 50
  • Dietrich, A. (1839): Beiträge zur genaueren Kenntnis einiger Cactus-Arten - in: Dietrich, A. und Otto, F. (Hrsg.): Allgemeine Gartenzeitung 7 (20): 155 - 156
  • Salm-Dyck, Jos. Fürst von (1844): Caceae in Horto Dyckensi Cultae: 19
  • Förster, C.F. (1846): Handbuch der Kakteenkunde: 300, 302 - 303
  • Labouret, J. (1853): Monographie de la familie des Cactées:
  • Förster, C.F. und Rümpler, T. (1885): Handbuch der Kakteenkunde: 556 - 557. - Leipzig
  • Schumann, K. (1890): Cactaceae. - In: Martius Flora Brasiliensis., Vol. IV, Pars II: Sp. 252. - Monaco
  • Bois, D. (1893-1899): Dictionnaire d´Horticulture: 470
  • Schumann, K. (1898): Gesamtbeschreibung der Kakteen (Monographia Cactacearum): 386. - Neudamm
  • Arechavaleta, J. (1905): Flora Uruguay, Band II. - In: Anales del Museo National de Montevideo: 207 - 208. - Montevideo
  • Schelle, E. (1907): Handbuch der Kakteenkultur: 180 - 181. - Stuttgart
  • Gürke, M. (1907): Cactaceae Florae Uruguayae, auctore J. Arechavaleta. - In: Monatsschrift für Kakteenkunde 17 (11): 162
  • Meyer, R. (1918): Verschiedenes über die Arten der Untergattung Notocactus K. Sch.. - Mitteilungen für Kakteenfreunde 28 (7): 113
Blütenvergleich N. tabularis (links) und N. bommeljei (rechts)

Notocactus concinnus f. longispinus

Notocactus concinnus f. longispinus nom. prov.

Bedeutung des Namens: concinnus (lat.) = zierlich; longus (lat.) = lang; spina (lat.) = Dorn

conc longispinusNotocactus concinnus f. longispinus nom. prov. in der Sammlung K.-D. Steinert

Körper dunkelgrün; Rippen 19 - 21, flachrund, Areolen anfangs ca. 3 mm Ø, weißlich bewollt, bald verkahlend. Mitteldornen graubräunlich bis heller, teils dunkler gezont, bald verblassend, gerade bis etwas gebogen, derb grannenartig, der unterste mit bis zu 40 mm der längste (bei jüngeren Pflanzen noch deutlich kürzer bleibend), die übrigen Mitteldornen 15 – 20 mm lang; Randdornen ca. 10, dünn, 5 – 6 mm lang, strahlend, teils etwas gebogen, grauweißlich, dunkler gespitzt.

Knospe anfangs dicht, später sehr locker grau bis braun bewollt, mit je 3 - 6 dunkelbraunen, bis 12 mm langen Borsten an den Schuppen. Blüte: groß, bis etwa 80 mm Ø; Petalen bis 12 mm breit, heller gelb, breit lanzettlich, die äußeren an der Spitze gekerbt, die äußeren an der Spitze der Außenseite mit breit auslaufendem kräftig weinrotem Mittelstreifen, 11 - 12 Narbenäste, purpur.

In alten Listen wird der Name N. concinnus f. longispinus verbunden mit der Feldnummer WR 340 von W. RAUSCH, allerdings sind davon keinerlei Pflanzen, Samen oder Fotos überliefert – auch der Standort dieser Aufsammlung ist leider nicht bekannt. Auf einem Foto habe ich später einmal eine sehr langdornige Pflanze mit der merkwürdigen Bezeichnung „U“ gesehen, die aus der Kakteengärtnerei KÖHRES stammen sollte. Vor ca. 10 Jahren bot dann die Kakteengärtnerei WESSNER Pflanzen unter dem (falschen) Namen1 N. concinnus var. nigrispinus an, die durch bis zu 40 mm lange, meist graubraune Mitteldornen auffiel (Ersatzweise erhielten diese falsch bezeichneten Pflanzen von mir meine Kollektionsnummer CWP 3).

Aktuellere Informationen und Aussaaten der offensichtlich sehr ähnlichen Feldnummer LB 2625  weisen auf ein Vorkommen in der Umgebung der Stadt Florida im gleichnamigen Departamento in Uruguay hin. Die Färbung der auffällig langen Mitteldornen schwankt von einem relativ kräftigen graubraun bis zu einem hellen weißlichgrau, Aussaaten scheinen jedoch weitgehend einheitlich aufzulaufen. Ob unterschiedliche Standorte oder Kulturunterschiede Grund für die vermeintlich große „Variabilität“ sind, muss weiter beobachtet werden. Bedeutung des Namens: concinnus (lat.) = zierlich; longus (lat.) = lang; spina (lat.) = Dorn

Feldnummern und Standorte:

  • Florida/Ur. (LB 2625)

(aus: Prauser, W. (2019): Die Pflanzen der Subserie Concinni PRAUSER - eine Bestandsaufnahme. - In: INTERNOTO 40 (4))

Translate

Czech Dutch English French Hungarian Portuguese Spanish

Suche