Donnerstag, 18 Juli 2019
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UG Malacocarpus

UG Malacocarpus

Typus:

Notocactus erinaceus

Literatur:

(Salm-Dyck) Buxbaum in Krainz 1967
Neduchal, J.: Notocactus - Bilanz 1998: Neu-Isenburg 1999 S. 34 - 36

Beschreibung:

Körperbau: Gedrückt kugelig oder im Alter nur wenig verlängert, groß werdend (manche Arten bis zu 40 cm hoch und 25 cm im Ø). Pflanzen hartfleischiger als bei verwandten Untergattungen , mit ausgeprägtem Rippenbau und Bedornung. Epidermis meistens grau-grün bis dunkel-grün, Pflanzen im Alter an der Basis verkorkend. In der Scheitelgrube sehr reiche Wollbehaarung . Scheitel neigt sich nie zur Hauptlichtseite. Wenige Arten sprossen auf der Basis an alten Areolen.
Rippen: Sehr ausgeprägt, im Verhältnis zur Größe der Pflanze hoch, über den Areolen stark verdick t , meist stärker gehöckert oder kinnartig vorspringend, nie aber in kleine Warzen aufgelöst (wie bei der UG Brasilicactus bzw. Notobrasilia) Areolen auf der Unterseite der Höcker . Rippenzahl 12-20, meist senkrecht abfallend, selten schwach gedreht.

N. erinaceusAreolen: klein, rundlich, an der Unterseite der Höcker. Sehr charakteristisch ist der 1-2 cm lange Areolenfilz den die Scheitelareolen entwickeln und der eine mehr oder weniger weiße Kappe auf dem Scheitel bildet, manchmal - hauptsächlich in der Kultur - cephaliumähnlich . Mit dem Alterungsprozess werden die Areolen kahl; der Areolenfilz ist bei stockendem Wuchs der Pflanzen nicht so ausgeprägt; Entfernung der Areolen im oberen Pflanzendrittel bis 2 cm.
Dornen: nadelförmig bis pfriemlich, 4-12 (selten mehr) in der Zahl; Mitteldorn 1, meistens pfriemlich, öfters fehlend. Dornen glasig gelb, hell-hornfarbig oder bräunlich, später vergrauend, oft mit dunkler Spitze, Mitteldorn auch geringelt. Bedornung im juvenilem Stadium der Pflanzen weicht stark (in Form, Größe und Farbe) von der Bedornung älterer Pflanzen ab.

Blüten: aus dem Scheitel selbst, dicht gedrängt in großer Zahl, durch den Areolenfilz geschützt und in ihm versenkt; ziemlich einheitlich bei allen Arten der UG, variierend durch Standort-/ Pflegebedingungen; Größe 2-3 cm, seltener bis 5 cm Ø und Länge; schlank mit dünner Wandung, meistens überragen nur die Kronblätter die Areolenwolle; außen ebenfalls mit sehr langem, weißem weißlich-gelben bis bräunlichem Filz bedeckt, trichterförmig, über den Pericapell etwas glockig erweitert, die Schuppen des verborgenen Pericapells sind stark reduziert; an der Röhre wenige Grannendornen; der Innenbau ist den verwandten UG ähnlich; Fruchtknoten N. sellowii (Pontana Grande)borstenlos aber lang befilzt , sehr kurz; Röhre über der Nektarkammer trichterig, außen blass mit kleinen meist grünen wenigen Schuppen, oben mit einigen wenigen Haarborsten, innen nach unten immer rot, zu den Enden gelb, sehr kurz. Staubfäden haben die farbe des jeweiligen Blütenteils, Insertion bis oder fast bis zum Blütensaum, im breiten Kreis die enge Nektarrinne umschließend. Nektarkammer immer rot . Kronblätter in großer Zahl, dicht, quasi mehrere Reihen bildend, von zitronengelber bis goldgelber Farbe, seltener weißgelb, matt glänzend. Griffel gelb mit orangenroten, roten oder ziegel-roten Narben; Narbenlappen um 8, nicht immer voll ausgebreitet. Blütezeit vom Frühsommer bis in den Herbst hinein. Blüten öffnen sich am Vormittag und halten sich mehrere Tage offen. Staubblätter meistens reizbar. Befruchtungsverhältnisse bei den großen Wiesenbewohnern selbstfertil, bei den kleineren und auf kargen Felsbereichen wachsenden Pflanzen dann meistens selbststeril.

Früchte: schlauchartig, selten nur verlängert tonnenförmig, sehr weich bei der Reife und dünnwandig, reif erst nach mehreren Monaten (meistens im Frühjahr nach dem Jahr der Blüte), nicht aufplatzend. Früchte bleiben fast (mind. die Hälfte) in der Scheitelwolle; bei der Reife sind die Samenstränge aufgequollen, bleiben also auch nach der basalen Streckung weichfleischig, weißlich-grün, meistens rosa oder rötlich in der Farbe, mit holzartigem Deckel abgeschlossen. Sie Verbreitungskarte der UG Malacocarpus Autor N. Gerlofftragen Wollflöckchen, die aber auch fehlen können. Falls die Samen nicht durch Insekten verschleppt werden, vertrocknen die Früchte später in der Scheitelwolle und die Samen werden erst später aus der Scheitelwolle heraus gedrückt. Die Fruchtwand wird bis dahin spröde. Die Früchte haben wesentlich weniger Samen als bei allen verwandten Untergattungen.

Samen: vollständig von einer braunen (bei manchen Arten fast schwarzen) Arillushaut überzogen. Die Abrissnarbe ist dem Ventralende der Hilumregion meist besonders genähert und stärker hervortretend. HMB nur mit wenigem polsterartigem Gewebe, das nur in der Ventralregion sehr deutlich wird und ein Ventralwulst bildet. Samen sind schief-helm-/ glockenförmig, die Keimseite zeigt Spuren von Ringen längs des Saumes. Farbe der Testa überwiegend schwarz, mit anhaftender, den Zellen folgender Cuticula. Testazellen größer, abgeflacht und länglicher als bei verwandten Untergattungen.

Heimat: von Südbrasilien - südliches Rio Grand do Sul, über Uruguay bis nach Mitte von Argentinien. (Der größte Verbreitungsbereich aller verwandten Untergattungen).

Arten, Varietäten & Formen:

Wigginsia longispina var. infernensis N. Gerloff & S. H. Klein

infernensis - aus dem Rincao da Inverno, Lavras (Höllenwinkel)

Erstbeschreibung:

  • Internoto Jhrg. 32, Heft 4, S. 94f

Beschreibung:

longispinus Gf 35Körper hellgrün, flach kugelig immer Alter maximal doppelt so hoch wie breit, meist einzeln, bis 12 cm diam. 16 cm hoch, Blühalter ab 4 cm diam. mit flachem weißen Wollscheitel. Rippen: 15 bis 22, diese 8 mm bis 15 mm hoch mit schmalen stumpfen, an den Areolen verbreiterten Kanten, nur wenig gekerbt. Areolen rund, weiß filzig, 2 mm bis 5 mm Diam. in den Kerben sitzend, 5 mm bis 15 mm freie Entfernung. In Kultur bildet sich bei ganz alten Pflanzen ein Pseudocephalium aus der Wolle.

Dornen: fein oder nadelförmig, gelblich sandfarben mit braunen Spitzen, zu den Seiten und aufwärts gebogen. Später schmutzig gelbgrau werdend, 6 bis 12 (meist 9) von 6 mm bis 26 mm Länge, zu den Seiten etwas abstehend, meist 3 Mitteldornen in Y-Stellung, schwer von den Randdornen zu trennen, kräftiger und länger.

Blüten: um 28 mm lang, 35 mm bis 40 mm breit, Blütenblätter 17 mm lang, 4 mm breit, schwefelgelb, kurz gespitzt, umgekehrt lanzettförmig, die äußeren oben stumpf, Fruchtknoten weiß, fast walzenförmig, 10 mm lang, 4 mm dick mit sehr kleinen bräunlichen Schuppen, gehüllt in lange weiße Wolle. Röhre: trichterförmig, 14 mm lang, oben 7 mm weit, innen nach unten purpurn, nach oben rubinrot, nahe dem Saum hellgelb, außen oben gelblich unten rosa, bedeckt mit weißér Wolle und schmalen, spitzen Schuppen und nach oben mit einigen braunen Borsten. Staubfäden blassgelb, an der Basis rot, 7 mm lang, Insertion bis an den Rand; Staubbeutel hellgelb; Griffel blassgelb, 25 mm lang, davon kommen 4 mm auf die zirka 8 hellroten Narbenlappen. Die Narbe ist gespreizt und überragt die Staubbeutel; Nektarrinne purpurn, 15 mm lang, sehr eng, mit wenig Nektar. Selbststeril.

Frucht: 8 mm lang, 5 mm dick, weichfleischig, grünlichweiß bis rot, mit kleinen gelblichen Schuppen und weißer Wolle, ca. 3 Monate nach der Befruchtung aus der Scheitelwolle erscheinend.

Samen: 0,8 mm lang und breit, glockenförmig, braunschwarz bis schwarz.

Typstandort: südlich von W. longispina auf Granithügeln am Rincao da Inferno. Typus hinterlegt im Herbar STU als Gf 35

Text und Fotos: N. Gerloff

Wigginsia arechavaletae ( Spegazzinii 1905) D. M. Porter Havlicek 1989

benannt nach Dr. J. Arechavaleta

Literatur:

Gerloff N. (1992): Der Formenkreis um N. arechavaletae INTERNOTO 13 (1)

Gerloff & Neduchal & Stuchlik Gesamtdarstellung aller Notokakteen Kveten 1995

Beschreibung:

Körper: mittelgroß, 3-10 cm Durchmesser und Höhe, kugelig, am Scheitel schwach vertieft, glänzend arechavaletaedunkelgrün; Rippen13-21, stumpf gehöckert, Areolenabstand um 10 mm;
Dornen: 5-9 Randdornen, gerade, dünn, 10-15 mm lang; Mitteldorn einzeln, gerade 15 bis 20 mm lang, spreizend, hell, Fuß rot, Spitzen schwarz, an der Spitze bräunlich, häufig auffallend dicker; 1-4 Mitteldornen, kräftig, gerade abwärts gerichtet, Fuß braun bis schwarz;
Blüten: bis 5 cm Ø, goldgelb, 8 karminrote Narbenäste; Frucht: weißlich, 5 mm breit und 20 mm lang.
Heimat: Granitfelsen an der Küste Uruguays
Bemerkung: Der gültige Name ist eigentlich Parodia maldonadensis. Siehe die ausführlichere Beschreibung unter Wigginsia maldonadensis.

Notocactus sellowii fa. rubricostatus (Fric ex Fleischer et Schuetz 1975) N. Gerloff 1986

rubricostatus = rote Rippenkanten

 

Erstbeschreibung:

  • Wigginsia rubricostata Fric ex Fleischer et Schuetz (1975): Fricianae Ser. VIII, Vol. 50: 37, 47.

Literatur:

  • Schäfer, Gerhardt (1979): Notocactus rubricostatus - Schäfer - Die Gattung Notocactus, in Kakteen / Sukkulenten 14 1-4: 86.

rubricostatusBeschreibung:

Körper: einzeln, um 15 cm breit, dunkelgrün; um 15 Rippen, scharfkantig, fast gerade laufend. Die Rippenkanten von der Sonne rot gefärbt.

Bemerkung: Es gibt keinen Unterschied zur Art bis auf die merkwürdige Farbangabe bei der Narbe: gelbbraun. und den oftmals rot verfäbten Rippenkanten. In Kultur treten die Verfärbung bei hohen Temperaturen und zu trockener Haltung im Gewächshaus auf.


Heimat: Sierra de las Animas, Salto, Uruguay.

Notocactus / Wigginsia sp. n. WRA 36

Literatur:

Wenig bekannte Wigginsien: Wigginsia sp. n. WRA 36, Dr. W. - R. Abraham INTERNOTO 33/2 S. 40 ff

Foto entstammt dem Artikel

Beschreibung:

Körper: bis 12 cm dick und bis 10 cm hoch (in Kultur größer und länger werdend), kräftig grüne Epidermis. Zumeist 18 nicht verdickte, gerade Rippen, gehöckert, Areolen versenkt, stehen unterhalb der Höcker.

Dornen: 6 Randdornen, bis 15 mm lang, 1 Mitteldorn, zumeist etwas länger, bis 20 mm.

Knospen: dunkelbraun, bewollt.

Blüten: hellgelb bis 55 mm im Durchmesser, Sepalen spitz, in der Mitte oft leicht rosa gefärbt. Stempel mit 10 etwa 3 mm langen roten Narbenlappen überragt die obersten Staubfäden etwa um 5 mm.

Pflanzen scheinen bedingt selbstvertil zu sein, denn die Selbstbestäubung ergibt oft nur wenige und manchmal sogar keine Samen.

Frucht: Schmutzig-weiß, bei Reife auswachsend und dann bis 18 mm lang.

Samen schwarz, durch angetrocknete Arillushaut aber hellbräunlich erscheinend, 0,9 - 1,0 mm breit, 1,0 - 1,2 mm lang, leicht glockenförmig. Hilum-Mikropylar-Saum nicht prominent, Hilum vorstehend. Testazellen länglich, durch Querfurchen stark gegliedert.

Heimat:

Wächst zwischen Felsen in Humustaschen am Rande von Gebüsch. Vorkommen im Departamento Treinta y Tres, Uruguay. Am Standort der einzige Kaktus.

Bemerkung von W. R. Abraham: Die Pflanzen ähneln W. pulvinata van Vliet, sprosst aber niemals. W. pseudopulvinata n. n. könnte es sein, aber da der Fund von Van Vliet nicht mit WRA 36 verglichen werden konnte, sollten die Pflanzen vorerst weiter nur mit der Feldnummer gekennzeichnet werden.

Notocactus sellowii fa. leucocarpus (Arechavaleta 1905) N. Gerloff 1995

Erstbeschreibung:

  • Echinocactus leucocarpus: Arechavaleta in Flora Uruguaya, Vol. 5, Tomo II, Montevideo S. 239 - 242 (1905).

Literatur:

  • Notocactus leucocarpus comb. nov.:Schäfer, Gerhardt (1979) in: Die Gattung Notocactus: Kakteen/Sukkulenten 14 (1 - 4): S. 57 - 58.

leucocarpus 2Beschreibung:

Körper: kugelig, graugrün, zuweilen etwas gestreckt; Rippen 18-20.Dornen: 5 - 6, auffällig gelb, spreizend, oft mit zwei winzigen Nebendornen.
Blüten: 3,5 cm Ø, goldgelb; Narben dunkelrot.
Frucht: weiß (aber nicht in jedem Jahr)
Heimat: Uruguay


Bemerkung N. Gerloff: Ein einheitlicher Pflanzentyp konnte von ihm nicht festgestellt werden. Dagegen stellte er nach einer dunklen Aufstellung von sellowii-Pflanzen das Erscheinen von weißen Früchten fest, die sich in der Helligkeit in den darauffolgenden Tagen leicht rosa färbten. Es kann vermutet werden, dass die weißen Früchte, nach denen die Pflanze benannt wurde, diesen Ursprung haben.

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